KI-Devis prüfen: acht Schritte für die Fachperson

Prüfen Sie einen KI-Devis-Entwurf in acht Schritten, von den Grundlagen zur Datei: Planstand, Katalogversion, Vollständigkeit, Hauptmengen, Annahmen, Eventualpositionen, Leistungsgrenzen und Import. Mit ArchX von FrontierX geht das gezielt, weil jede Zahl ihre Herkunft trägt.

Von Tim Gashi, Gründer und Geschäftsführer, TYTOS GmbH. Stand .

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Die Prüfung folgt dem Weg des Devis: zuerst die Grundlagen, dann der Inhalt, zuletzt die Datei in Ihrem Programm. Sie beginnt dort, wo der Entwurf selbst sagt, was angenommen oder offen ist.

So sieht das in einem öffentlichen Fall aus: Aus 47 PDF-Seiten der Ausschreibung eines Reservoirs schrieb ArchX in 22 min 49 s einen Devis-Entwurf mit 35 Positionen und 18 offenen Klärungen. Die Klärungen stehen sichtbar im Devis-PDF: widersprüchliche Planstände, fehlende Betonspezifikation, Fugenplan und Durchbruchliste. Genau dort setzt Ihre Prüfung an.

Freigabehindernisse K01 bis K07 im Devis-PDF: widersprüchliche Planstände, Bodenplatte, Deckenprofil, Rohbauöffnungen, fehlende Betonspezifikation, Fugenplan und Durchbruchliste, je mit betroffenen Positionen und BelegÖffnet das Bild in voller Grösse.
Devis für die Wasserkammern eines Trinkwasserreservoirs – aus öffentlichen AusschreibungsunterlagenEingang erfasst: 4 Dateien, 47 PDF-Seiten (22 Plan- und Berichtsseiten, 25 Seiten Bestimmungen). Dauer 22 min 49 s. Ergebnis vom .In der Werkstatt ansehen: «Devis aus einer öffentlichen Reservoir-Ausschreibung»

Welche acht Schritte gehören in die Prüfung?

Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: erst die Grundlagen, dann den Inhalt, zuletzt die Datei. Stimmen Planstand und Katalog, lohnt sich jede weitere Kontrolle.

  1. Planstand und Index: Stimmen die Pläne des Entwurfs mit Ihrer aktuellen Planliste überein?
  2. Katalogversion: Ist das Devis mit derselben NPK-Version geschrieben wie in Ihrem Programm?
  3. Vollständigkeit: Steht jede Leistung aus Baubeschrieb und Plänen, die dieses Gewerk betrifft, im Devis?
  4. Hauptmengen: Stimmen die grossen Mengen am Messbild und im Rechenweg?
  5. Annahmen und offene Mengen: Ist jede Annahme bestätigt oder ersetzt, jede offene Menge geklärt?
  6. Eventualpositionen: Sind sie gewollt und als eigene Mengenart gekennzeichnet?
  7. Leistungsgrenzen: Gehört jede Position zu diesem Gewerk und nicht zu einem Nachbargewerk?
  8. Import: Kommt die Datei in Ihrem Programm ohne Meldung und unverändert an?

1. Auf welchem Planstand steht der Entwurf?

Vergleichen Sie die Pläne, auf die sich der Entwurf stützt, mit Ihrer aktuellen Planliste: Plannummer, Index, Datum. In ArchX ist jede Messung an Planseite und Prüfsumme der Plan-Datei gebunden. Veraltete Belege bleiben sichtbar, und die Stand-Seite zählt die Planbelege, die Sie noch prüfen sollten.

2. Mit welcher NPK-Version ist das Devis geschrieben?

Laut CRB erhalten alle NPK-Kapitel jedes Jahr ein neues Versionsjahr, gekennzeichnet etwa als V’25; das Ausgabejahr, etwa D/19, wechselt erst mit einer Neuauflage des Kapitels. Für einen reibungslosen Datenaustausch verwenden Planer und Unternehmer laut CRB je Kapitel Daten desselben Versionsjahrs; ohne andere Absprache gelten die neuesten Ausgaben und Versionen. ArchX zeigt den verwendeten Katalog mit Ordner und Version, etwa «Version 2026».

Die Version zählt auch für die Texte: Im Nachbau echter Devis-Dateien aus dem Katalog 2026 waren bei Dateien desselben Katalogjahrs 98,9 % der Positionen zeichengleich, über alle Katalogjahre zusammen 85,8 %, weil CRB Kurztexte zwischen den Jahren ändert.

3. Fehlt eine Leistung aus dem Baubeschrieb?

Laut CRB müssen Projektpläne und Baubeschreibungen vorliegen, bevor eine Ausschreibung im Detail bearbeitet wird. Legen Sie deshalb den Baubeschrieb neben das Devis und haken Sie jede Leistung ab, die dieses Gewerk betrifft; umgekehrt braucht jede Position einen Grund im Plan, im Beschrieb oder in Ihrer Antwort.

Dieser Schritt gehört Ihrer Fachperson: Die Stand-Seite von ArchX zeigt, was im Entwurf steht, der Baubeschrieb zeigt, was hineingehört.

4. Stimmen die Hauptmengen mit ihrer Herkunft?

Beginnen Sie bei den Hauptmengen, den Positionen mit dem grössten Gewicht. Am Messbild sehen Sie, ob das gemeinte Bauteil im richtigen Geschoss umfahren ist; den Rechenweg rechnen Sie nach. Jede Mengenzeile trägt in ArchX einen Stand: übernommen, gemessen, abgeleitet, Annahme oder offen.

Achten Sie auch auf Reserven in den Mengen: Laut CRB sollen Vorausmasse keine oder höchstens 5 % Reserven enthalten, damit die Leistungen korrekt kalkuliert werden können. Wie ArchX im Plan misst, steht unter Mengenermittlung mit KI.

5. Welche Mengen sind angenommen oder offen?

Die Stand-Seite, die ArchX zur Ausgabe schreibt, trennt «gemacht», «angenommen» und «fehlt»: jede Annahme mit ihrem Wert, jede Lücke mit ihrem Grund. Beim Export steht eine offene Menge dort als «offen» statt als Zahl, denn eine Null sähe aus wie ein Entscheid. In der CRBX-Datei kann eine offene Menge als 0 erscheinen; gleichen Sie deshalb vor dem Versand jede Null mit der Liste der offenen Mengen ab.

Ersetzen Sie jede Annahme durch Ihr Wissen, im Gespräch mit einem Satz wie «Aussenwand EG ohne Fensterabzug». ArchX ändert dann genau diese Stelle in der Devis-Datei: An echten Devis-Dateien änderte eine neue Menge in 941 von 941 Fällen nur den betroffenen Datensatz.

6. Sind die Eventualpositionen gewollt und richtig gekennzeichnet?

Die NPK-Wegleitung von CRB führt für Eventualvarianten eigene Mengenarten (Q, R und U); sie werden nicht eingerechnet, ihr Betrag steht in runden Klammern. Auch Per-Positionen ohne Menge (W) werden nicht eingerechnet. CRB rät im Merkblatt Nr. 1, Eventual- und Per-Positionen im Leistungsverzeichnis zu vermeiden, weil sie nicht kalkulierbar sind.

Prüfen Sie deshalb jede Eventualposition: Ist sie gewollt, und steht sie als Mengenart in der Datei statt nur als Wort im Text? ArchX schreibt sie mit der Mengenart Q oder R und einer geschätzten Menge.

7. Gehört jede Position zu diesem Gewerk?

Ein Plan zeigt, dass es eine Leistung gibt, nicht, wer sie ausführt. Die «Wichtigen Hinweise» eines NPK-Kapitels nennen unter «Verweisungen», welche Leistungen mit anderen Kapiteln beschrieben werden; beim Gipser (NPK 671) sind das etwa Gerüste (Kapitel 114), Trockenbau (643) und Innenbeschichtungen (675). Prüfen Sie diese Nahtstellen zuerst.

Wie viel das ausmacht, zeigte eine Messung gegen Profi-Devis eines Schweizer Büros: 18 von 21 überzähligen Positionen gingen auf die Baugrubensicherung zurück, die der Plan zeigt, die das Büro aber einem anderen Unternehmer gab. Deshalb fragt ArchX vor dem Entwurf, was separat vergeben wird, jede Frage mit der Annahme, die es sonst trifft; mit der Antwort «separat vergeben» blieb eine überzählige Position.

8. Kommt die Datei in Ihrem Programm richtig an?

Importieren Sie die CRBX-Datei in ein leeres Leistungsverzeichnis Ihres Programms und notieren Sie jede Meldung. Prüfen Sie geänderte Mengen auf alle Nachkommastellen und ob Texte, Reihenfolge, Einheiten und Reservepositionen unverändert angekommen sind. Zuletzt: Lässt sich das Devis normal bearbeiten, drucken und als Offertanfrage ausgeben?

Welche Fehler findet diese Prüfung?

Diese Fehlerbilder kamen in unseren Proben und Messungen vor. Die rechte Spalte nennt den Schritt, der sie findet.

Welche Fehler findet diese Prüfung?
Fehlerbild Was geschah Schritt
Falsche Planvariante Neben den freigegebenen Ansichten lag eine nicht freigegebene Höhenvariante. ArchX erkannte die fehlende Freigabe und rechnete mit der freigegebenen Fassung; die Variante hätte 0,48 m² mehr ergeben. 1
Doppelte Menge Eine Öffnung erscheint im Grundriss und in einem Detail und darf nur einmal zählen. Beim runden Reservoir mit zwei Halbkammern zählte ArchX den Vollkreis nicht doppelt. 4
Fehlende Leistungen Beim Dach zeigten die Pläne weder Deckmaterial noch Aufbau; Leistungen, die das Büro ausschrieb, fehlten im Entwurf. 3
Leistung eines anderen Unternehmers Die Baugrubensicherung stand im Entwurf, weil der Plan sie zeigt; das Büro hatte sie separat vergeben. 7
Offene Menge Die zu schützende Bodenfläche stand in keiner Unterlage; die Menge blieb leer, mit einer Rückfrage an den Architekten. 5
Abweichung zum alten LV Die Bodenplatte des Reservoirs liegt 22,7 % über dem alten Leistungsverzeichnis; ArchX führt sie als Klärung im Devis. 4
Gescanntes Variantenblatt A-001 Revision B mit dem Vermerk «Nicht für Ausschreibung / Ausführung freigegeben» und abweichender Höhe 3,40 m für W2b – von ArchX erkannt und nicht verwendetÖffnet das Bild in voller Grösse.
Devis Wandoberflächen aus Plan, Scan und Raumbuch – mit PlanrevisionWandfläche brutto / geometrisch netto / Ausschreibung: 49,44 / 42,47 / 43,95 m² – entspricht dem Soll. Ergebnis vom .In der Werkstatt ansehen: «Devis Wandoberflächen: jede Zahl mit Herkunft»

Warum prüft eine Fachperson und nicht eine zweite KI?

Eine zweite KI liest dieselben Unterlagen wie die erste; was darin fehlt, fehlt beiden. Ihre Fachperson prüft gegen das, was oft in keiner Unterlage steht: den neuesten Planstand, die Entscheide der Bauherrschaft und wer welches Gewerk ausführt.

Das Technische prüft ArchX selbst: Im öffentlichen Fall stimmten 35 von 35 Mengen zwischen Devis-PDF und Excel überein, und 114 von 114 Excel-Formeln ergaben neu gerechnet dieselben Werte.

Prüfen Sie einen ersten Entwurf an einem eigenen Projekt: ArchX kostenlos testen. Am KI-Tag üben wir die Prüfung mit Ihrem Team, samt Importtest in Ihrem Programm.

Häufige Fragen

Wo fängt die Prüfung eines KI-Devis-Entwurfs an?

Beim Planstand und bei den Hauptmengen. Weil jede Zahl ihre Herkunft trägt, prüfen Sie gezielt Planstand, Hauptmengen, Annahmen und offene Punkte statt jede Zeile.

Was prüft ArchX von FrontierX am Entwurf selbst?

Das Technische. ArchX liest jede geschriebene Devis-Datei zurück und vergleicht sie mit dem, was es schreiben wollte. Vor der Ausgabe rechnet es jede vollständige Ausmasszeile nach und prüft, ob jede Messung an Plan-Datei und Seite gebunden ist. Die fachliche Freigabe gibt Ihre Fachperson.

Welche Unterlagen brauche ich für die Prüfung?

Ihre aktuelle Planliste, den Baubeschrieb, die Aufteilung der Arbeiten auf die Unternehmer und Ihr Büroprogramm für den Importtest. Den NPK-Katalog brauchen Sie nicht zusätzlich: Der Entwurf ist aus dem Katalog Ihres Büros geschrieben. Prüfen Sie nur, ob dessen Version zu Ihrem Programm passt.

Ihr nächster Auftrag.
Erledigt ArchX.

Starten Sie mit Ihren eigenen Unterlagen. Oder am KI-Tag: Wir richten ArchX in Ihrem Büro ein und lösen den ersten Auftrag gemeinsam.